Bilder vom Amiga Walker Prototyp


Im November 2014 hatte ich Gelegenheit, Fotos vom Amiga Walker auf der RETROPulsiv in Augsburg zu machen.
Zusätzlich lernte ich auch Petro Tyschtschenko kennen, der die Veranstaltung mit persönlichen Gesprächen und vielen Anekdoten zu einem Highlight werden ließ.

Mit seiner Erlaubnis veröffentliche ich hier nun die Fotos, die ich gemacht habe.

Zusätzlich gibt es ein AIBB-Benchmark Modul des Walkers zum Download. Dieses zeigt den Prototypen-Charakter ziemlich deutlich.
Gerne hätte ich mir das Board näher angeschaut, denn wir vermuten, dass die Caches nicht aktiviert waren (was sich aber über Software nicht beheben ließ). Vielleicht ergibt sich eine Gelegenheit beim nächsten Treff.

Technische Daten:
  • 68EC030 CPU mit 33MHz
  • AGA Chipsatz
  • 2MB Chip-Ram
  • 16MB Fast-Ram (PS/2)
  • 3,5" IDE-Controller onboard
  • Kickstart 3.2
  • Erweiterungsmöglichkeit über nie erschienene Riser-Karte

Es wurden 2 Walker-Prototypen von der Firma MAZET in Jena gefertigt. Prototyp #1 wurde von Petro vor Jahren verschenkt (Dieser wurde 2011/2012 in einer ebay-Auktion verkauft und ist seitdem verschollen). Der zweite Prototyp, sowie alle Unterlagen befinden sich aber noch in seinem Besitz.
Hinweis: Die Bilder kann man für eine höhere Auflösung anklicken!

So sieht der Walker aus der Nähe aus. Das Gehäuse ist in einem Anthrazit gehalten. Von den Fotos aus den Zeitungen her dacht ich immer, er wäre schwarz. Das Amiga-Logo auf der Vorderseite habe ich als Anstecker...

An Petros Tisch war immer was los. Der Walker war ein ziemlicher Magnet, zumindest für Amiga-Fans.

Wir haben zuerst mal SysInfo und WhichAmiga laufen lassen. Der Speed-Test zeigt, dass wohl die Caches nicht aktiviert sind. Ob die Taktfrequenz stimmt?

Die 16MB Fast-Ram werden so eingebunden:

Boards sind keine vorhanden:

Beim Festplattenzugriff sieht es auch mau aus:

WhichAmiga hält den Walker für einen A1200. Das ist wahrscheinlich gar nicht so falsch, wenn man sich manche Details auf dem Board näher ansieht. Man beachte die Kickstart Version 3.2:

Die Rückseite des Walker. Leider gab es einen kleinen Unfall, so dass das Gehäuse gebrochen ist:

Das Gehäuse des Prototyps wurde aus sehr dünnem Kunststoff zusammengeklebt:

Hier ohne die obere Gehäusehälfte. Ganz oben befindet sich das 4x CD-ROM Laufwerk:

Das Netzteil ist ein Standard-AT Netzteil. Vom Aufkleber her würde ich auf eins aus einem A4000T tippen. Der Walker verwendet nur einen der P8/P9 Stromanschlüsse:

Der Einschalter für den Walker wurde mit einer schwarzen Kappe verkleidet:

IDE- und Floppykabel laufen unter die Metallplatte zur Hauptplatine:

Die Hälfte des AT-Stromanschlusses läuft auch hier entlang:

Die Monitor-Strombuchse wird durch das Gehäuse abgedeckt:

Petro beim weiteren Zerlegen des Walkers:

Hier ein erster Blick auf die Platine:

Die PCI- und PCI-X Slots haben nichts mit einem PC-Steckplatz zu tun. Hier war eine Riser-Karte geplant, in die man Karten stecken konnte. Die Slots sind also nur als Verbinder ausgeführt. Der Riser ist nie erschienen. Man hätte dann das Gehäuse Stück für Stück erhöhen können, um die Karten unterzubringen.

Lisa, Paula und der DAC. Interessanterweise ist ein Antennenanschluß vorhanden.

Die CPU: Eine 68EC030 mit 40MHz. Der leere Platz neben der CPU dürfte für eine FPU vorgesehen sein:

Im einzigen Simm-Sockel steckt das Fast-Ram. Anscheinend war auf dem Board noch ein 2. Sockel vorgesehen. Davor ein CPLD von Xilinx. Man beachte auch die Seriennummer unten im weißen Feld:

Das Board im Überblick. Groß ist es nicht. Die Flachbandkabel gehen zu einer Zusatzplatine für Maus, Joystick und Tastatur:

interesannterweise ist hier ein PCMCIA-Steckplatz und ein Anschluß für eine A1200 Tastatur vorhanden. Sogar der Tastaturprozessor ist da. Dies wäre eigentlich nicht nötig, da der Walker einen Tastaturanschluß für eine A4000-Tastatur hat:

Hier scheint ein GAL zu fehlen: Evtl. war die PCMCIA-Unterstützung nur zur Entwickung gedacht.

Budgie, das Chip-Ram, Paula und Lisa:

Hier das Kickstart 3.2. Beim Einschalten kommt übrigens gleich ein "Recoverable Alert" mit der Meldung "For developer use only!":

Hier eine Jumperbrücke. Leider hat das Board keinerlei Bestückungsdruck, so dass eine Fehlersuche sehr erschwert ist:

Die CIAs sind gesockelt. Im Hintergrund sieht man den neuen I/O-Chip. Es ist ein CHiPs F82C735, ein Super-IO Controller. Das Datenblatt für diesen Chip kann man hier abrufen:

Hier die von Hand gelötete Platine für Maus, Tastatur und Joystick: